Mike Spike Froidl begrüßt die Teilnehmer des Münchener APPD-Parteitags
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Kurz vor der Bundestagswahl erinnern wir uns und Euch gerne an die einstmals ruhmreiche „Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands“ (APPD). „Jedem eine Million aufs Konto“ versprach sie, und „Mehr Geld drucken!“. Damit wären auch die aktuellen PUNKFOTO-Probleme elegant gelöst. Vom damaligen Innenminister Otto Schily „Schande für Deutschland“ geschimpft, wäre die APPD heute wohl die einzige Alternative zur „Alternative für Deutschland“ (AfD). Unsinn – zu ALLEN Parteien!

Weil die Pogo-Anarchie eine Wucherung des deutschen Punk ist, wird sich PUNKFOTO in der Woche vor der Wahl ausgiebig mit ihr beschäftigen. (Das tut übrigens gerade auch SPIEGEL ONLINE: Wer mag, kann dort der APPD in einer Abstimmung über die „Zwergparteien“ zu einem Wahlsieg verhelfen!)

Bei PUNKFOTO jedoch gibt’s Fakten, Fakten, Fakten:

  • 1981 in Hannover von zwei 17jährigen Punks mit Namen Zewa und Kotze gegründet
Pogo-Anarchisten bei der Demonstration „Für das Recht auf Arbeitslosigkeit“
  • 1984 ein Neustart mit Karl Nagel als „Chefideologen“, der „Scheiß mit Hirn“ verspricht. Ein Programm wird verfasst und als Heftchen unter die Leute gebracht. 8 Ausgaben der Parteizeitung „Armes Deutschland“ erscheinen. Die APPD breitet sich über das ganze Land aus und besitzt besonders in München eine starke Bastian .
Die APPD-Führung auf dem Münchener Parteitag
Die APPD-Frauenbrigade bei der Wehrsportübung in der Lüneburger Heide.
  • 1994 die Neugründung im Frankfurt – natürlich im Affenhaus des Zoos! Gründungserklärung in der Paulskirche. Mit dem Punk-Fanzine ZAP als Speerspitze, wird ein neues Programm verfasst, und die APPD hat bald über 500 Mitglieder.
  • 1997 Teilnahme an der Hamburger Bürgerschaftswahl mit Karl Nagel als Bürgermeisterkandidaten. Die APPD erreicht 0,5% und in St. Pauli sogar 5,3%
  • 1998 Teilnahme an der Bundestagswahl. Ein Schattenkabinett u.a. mit Wolfgang Wendland, Mike Spike Froidl, Erich Zander, Andreas Loleit und Kanzlerkandidat Karl Nagel zieht per „Ochsentour“ und „Gehirnwäsche“ durch die Land. Ergebnis: Nur 0,1%, was aber der guten Laune keinen Abbruch tut.
  • 1999 Kriegsgewinnler und Intriganten versuchen sich der APPD zu bemächtigen, die daraufhin aufgelöst wird.
  • 2000 Neugründung in München. Die APPD hat sich nun eher „realpolitisch“ orientierte Inhalte auf die Fahne geschrieben, aber der Funke zündet diesmal nicht.
  • 2004/5 Karl Nagel kehrt zur APPD zurück und wird im kommenden Jahr Wahlkampfmananager zur Bundestagswahl. Die APPD hat wieder 1000 Mitglieder, aber die Zeit ist zu knapp, um in allen Bundesländern antreten zu können. Eine verbotener „Skandalspot“ mit Gang bis vors Verfassungsgericht macht Furore. Die Berliner Parteiführung entledigt sich Nagel durch eine Einstweilige Verfügung mit Strafandrohung von 250.000€.
  • 2005 Pogokrieg: Danach tritt ein Großteil der Aktiven tritt der APPD aus und gründet die „Pogo-Partei“ (POP), die auch 2008 an der Hamburger Bürgerschaftwahl teilnimmt. Der APPD-Vorsitzende sticht auf seinen Widersacher von der Pogo-Partei mit dem Messer ein.
  • 2009 Selbstauflösung der Pogo-Partei.
  • 2017 Die APPD existiert immer noch, ist aber nur noch ein Schatten ihrer früheren Größe. Nicht einmal auf ihre eigene Domain www.appd.de hat sie noch Zugriff, weil der Ex-Vorsitzende diese blockiert, weshalb APPD-Aktivitäten nun bei Facebook stattfinden. Interne Streitigkeiten, eine wörtliche Auslegung der Parolen „Arbeit ist Scheiße“ und „Saufen, Saufen, jeden Tag nur Saufen“ verhindern ein Vorwärtskommen. Der ehemalige Chefideologe Karl Nagel betreibt auf Facebook die „APPD von 1981“ unter dem Motto „Eine Partei, ein Mitglied, ein Führer!“

Einen Großteil der APPD- und POP-Schriften gibt es auf PUNKFOTO zum Download.

In folgenden Alben findet Ihr Fotos der pogo-anarchistischen Geschichte:

Die APPD-Führungsclique Tobi v. Wegen, Zewa und Karl Nagel
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